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title: "Medellin macht vor, wie Pflanzen das Klima verbessern können - Ostschweiz zieht nach"
author: "Medienservice RT"
published: 2026-07-28
region: "Wil"
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publisher: RegioTicker
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---# Medellin macht vor, wie Pflanzen das Klima verbessern können - Ostschweiz zieht nach

**Die kolumbianische Stadt Medellín zeigt, wie ein konsequent geplantes Begrünungsprogramm die Hitze in Städten spürbar senken kann. Dieses erfolgreiche Modell der «Grünen Korridore» liefert auch für Städte und Gemeinden in der Ostschweiz wertvolle Impulse gegen den Wärmeinsel-Effekt. An der Sportstrasse in Uzwil wächst ein gutes Beispiel.**

Die kolumbianische Millionenstadt Medellín zeigt eindrücklich, dass mehr Bäume und Sträucher nicht nur das Stadtbild verschönern, sondern auch das Klima spürbar verbessern können. Mit einem konsequenten Begrünungsprogramm ist es gelungen, die Temperaturen in Teilen der Stadt um mehrere Grad zu senken - ein Ansatz, der weltweit Beachtung findet und auch für Gemeinden in der Ostschweiz interessante Impulse liefert.

Unter dem Namen «Grüne Korridore» (Corredores Verdes) begann Medellín bereits 2016 damit, Strassen, Flussufer und öffentliche Räume systematisch zu begrünen. Entlang von Hauptverkehrsachsen entstanden schattenspendende Baumreihen, ergänzt durch Hunderttausende Bäume sowie Millionen von Sträuchern und weiteren Pflanzen. Ziel war es, den sogenannten Wärmeinsel-Effekt zu reduzieren - jenes Phänomen, bei dem sich dicht bebaute Städte deutlich stärker aufheizen als ihr Umland. Die grünen Korridore verbinden heute Parks, Gewässer und Quartiere miteinander und schaffen ein zusammenhängendes Netz natürlicher Klimaanlagen.

Die Resultate sind bemerkenswert: Je nach Standort und Messmethode konnte die Umgebungstemperatur um rund 2 bis 3,5 Grad Celsius gesenkt werden. Gleichzeitig verbesserten sich die Luftqualität, die Biodiversität und die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Das Projekt gilt heute als eines der bekanntesten Beispiele für naturbasierte Klimaanpassung in Städten.

## Auch die Ostschweiz ist bereits unterwegs

Natürlich unterscheiden sich Klima und Topografie der Ostschweiz deutlich von jenen in Kolumbien. Dennoch stellt sich auch hier zunehmend die Frage, wie Städte und Dörfer auf häufigere Hitzeperioden und Starkregen vorbereitet werden können.

Erste Ansätze sind bereits sichtbar. Bei Strassensanierungen werden vermehrt Bäume und Sträucher eingeplant, Plätze werden entsiegelt und Grünflächen aufgewertet. Gleichzeitig gewinnt das Schwammstadt-Prinzip an Bedeutung. Dabei wird Regenwasser möglichst dort zurückgehalten, wo es anfällt. Es versickert oder verdunstet vor Ort, anstatt sofort in die Kanalisation geleitet zu werden. Dies entlastet die Infrastruktur, versorgt Pflanzen mit Feuchtigkeit und trägt dazu bei, das Mikroklima an heissen Tagen zu verbessern. Forschungsinstitutionen wie die ETH, EMPA und OST Ostschweizer Fachhochschule begleiten solche Entwicklungen und unterstützen Gemeinden bei klimaangepassten Lösungen.

## Inspiration für Gemeinden und Städte

Ob Uzwil, Wil, Gossau, St. Gallen oder andere Gemeinden der Ostschweiz: Grün allein wird den Klimawandel nicht stoppen. Das Beispiel Medellín zeigt jedoch eindrücklich, dass konsequent geplante Begrünung einen messbaren Beitrag leisten kann – für tiefere Temperaturen, mehr Biodiversität und eine höhere Lebensqualität.

Vielleicht braucht es dafür gar keine spektakulären Grossprojekte. Oft beginnt die Veränderung mit einer Baumreihe entlang einer Strasse, einem neu gestalteten Platz oder einem Quartier, das nach den Grundsätzen der Schwammstadt entwickelt wird. Mehrere Ostschweizer Gemeinden - wie die Gemeinde Uzwil mit der neugestalteten Sportstrasse - haben diesen Weg bereits eingeschlagen. Medellín zeigt, welches Potenzial darin langfristig steckt.

(Text und Bilder: Jürg Grau; Bild Medellin: aiscribo KI)

[Artikel "So wird Uzwil zur Schwammstadt"](https://www.schweizer-gemeinde.ch/artikel/so-wird-uzwil-zur-schwammstadt)

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